Wer hier schreibt

Christine & die Fahrende Kirche

Eine Pfarrerin, ein Talar im Kofferraum und eine Gemeinde, die nie lange am selben Ort bleibt. Das ist meine Geschichte — kurz erzählt.

Wer

Ich bin Christine.

Pfarrerin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau — mit einer Gemeinde, die keine Adresse hat. Meine Leute wohnen in Wohnwagen, bauen Karussells und Buden auf und ziehen weiter, wenn die Lichter ausgehen. Also ziehe ich mit.

Schausteller sind ein eigenes Volk: fleißig, stolz, der Familie tief verbunden — und sonntags arbeiten sie, wenn andere in der Kirchenbank sitzen. Für mich war darum nie die Frage, ob die Kirche zu ihnen kommen muss. Nur wie.

Bei mir brauchst du keinen Termin und keine Kirchentür. Du erkennst mich am Talar zwischen den Fahrgeschäften — und sonst einfach an der Frau, die sich Zeit nimmt und zuhört.

Foto: Nahporträt ChristineBlick in die Kamera, vor Festplatz-Lichtern · Hochformat 4:5

Was

Eine Kirche, die mitfährt

Die Fahrende Kirche ist genau das, wonach sie klingt: Gottesdienst auf dem Autoscooter, Taufe mit Blick aufs Riesenrad, Trauung zwischen den Buden, Segen für Wagen und Geschäfte zum Saisonstart. Das Heilige passiert mitten im Vergnügen — das ist kein Spruch, das ist mein Ernst.

Dazu kommt das, was niemand sieht: das Gespräch am Wohnwagen, wenn der Platz schon dunkel ist. Die Trauerfeier für einen, der sein Leben lang unterwegs war. Der Anruf, der nachts kommt. Nichts davon steht in einem Programmheft — und vieles davon ist der eigentliche Kern.

Wann ich wo bin, steht in den Terminen. Du kannst den Kalender abonnieren, dann landet jeder neue Platz von selbst in deinem Handy.

Foto: Segen für die WagenReihe von Schausteller-Wagen, Christine beim Segnen, Saisonauftakt · Querformat 4:3

Warum

Weil Kirche kein Gebäude ist

Schaustellerfamilien gehören oft seit Generationen zur Kirche — aber die Kirche war selten dort, wo sie wirklich leben: auf den Plätzen, zwischen Aufbau und Abbau, im Dauerlauf einer Saison. Ich glaube nicht, dass Gott auf festen Bänken wartet. Ich glaube, er ist längst da, wo Menschen sind.

Und noch etwas ist mir wichtig: Was du mir anvertraust, bleibt bei mir. Das Seelsorgegeheimnis gilt am Wohnwagen genauso wie in jeder Sakristei. Du musst nicht getauft sein, nicht „richtig gläubig", nicht sortiert. Komm, wie du bist — ich bin ja sowieso schon da.

Foto: Wohnwagen bei NachtChristine sitzt am beleuchteten Wohnwagen mit jemandem, spät, vertraut · Querformat 4:3

Kurz und zitierfähig

Die Fahrende Kirche in Zahlen

rund 25.000 kmim Jahr unterwegs — von Platz zu Platz
über 40 PlätzeKirmessen und Festplätze pro Saison
15 Jahreim Dienst für die Schaustellerfamilien

Lern mich kennen

Am einfachsten: Wir reden.

Ob Taufe, Trauung oder einfach ein offenes Ohr — ruf an oder schreib mir. Ich melde mich, sobald ich vom Platz komme.

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